Gewicht und Balance:
Diese zwei Faktoren spielen eine wichtige Rolle dabei, wie sich ein Tennisschläger generell anfühlt, wenn man ihn in der Hand hält oder ihn schwingt. Das Grundprinzip ist jedoch: ein schwereres Racket bietet mehr Power, ist stabiler und hat geringere Vibration als ein leichter Schläger. Ein leichterer Schläger ist hingegen einfacher zu handhaben, dadurch ist der Spieler in der Lage schneller zu schwingen. Seit den 1990 ist hier die Wilson „Hammer-Technologie“ zu erwähnen. Diese reduzierte zwar das Schlägergewicht generell, sorgte jedoch für eine kopflastige Balance. Die geniale Idee war, das Gewicht generell reduzieren zu können, die Manövrierbarkeit beizubehalten und den Kopf zu beschweren.
Jeder Spieler muss also, je nach Einschätzung wissen, ob er einen leichteren oder einen schweren Schläger für sich bevorzugt. Daher bietet es sich an, die Vor- und Nachteile der verschiedenen Schläger und Balancepunkte noch einmal zu erläutern:
Schwere, grifflastige Schläger: diese Schläger werden von den Top-Spielern der ATP und WTA bevorzugt. Sie wiegen ab 300 g aufwärts und sind ein wenig grifflastiger. Generell bieten sie vor allem für Spieler Vorzüge die lediglich Kontrolle suchen und genug Kraft haben, um die Power in den Schlag zu bringen.
Leichte, kopflastige Schläger: Wie bereits erwähnt wurde diese Art des Schlägerbaus das erste Mal von Wilson fabriziert. Ein leichters, manövrierfähiges Racket, bei dem lediglich das Gewicht um Schläger nicht reduziert wird. Der Vorzug dieser Art von Schlägern, die mittlerweile auch schon von vielen anderen Firmen angeboten wird liegt auf der Hand: Ein Schläger der leicht handzuhaben ist ohne Power einzubüßen, vor allem bei den Grundschlägern. Über die Nachteile diskutieren viele der „Experten“ lebhaft; mehr Vibrationen und somit Belastung für Handgelenk, Ellbogen oder Schulter. Andere beschweren sich, dass sich der Schläger nicht mehr stabil anfühlt. Die Meinungen gehen auseinander. Man sollte jedoch stets bedenken, dass es immer möglich sein wird, Gewicht zum Schläger hinzuzufügen.
Kopfgröße:
Die Power in jedem Schlag ist direkt mit der Kopfgröße in Verbindung zu bringen – größere Schlagflächen bieten mehr, kleinere Schlagflächen weniger Power. Ein größerer Kopf bietet darüber hinaus eine größere Schlagfläche und somit einen größeren Sweetspot. Dies heißt also, dass der Schläger generell mehr verzeiht und dass auch ein wenig präziser Schlag noch das Feld trifft. Heute kann man Schläger zwischen 85 sq. in. (548 cm²) und 135 sq. in. (870 cm²) finden, die gängigsten Modelle liegen jedoch zwischen 612 cm² und 710 cm² Kopfgröße. Diese Schläger bieten den optimalen Kompromiss zwischen Power und Kontrolle für viele Spieler. Etwas genauer ausgeführt, kleinere Kopfgrößen sind vor allem für Spieler geeignet die Kontrolle suchen, währenddessen große Kopfgrößen für Anfänger oder Fortgeschrittene Spieler, die einen großen Sweetspot suchen/benötigen, empfehlenswert sind.
Länge:
Schläger sind in der Länge von 68,5 bis 73,66 cm erhältlich, dies ist das Turnierlimit. Die Standardschläger haben alle eine Länge von 68,5 cm. Ein längerer Schläger garantiert eine bessere Reichweite bei den Grundschlägern, eine bessere Hebelwirkung beim Aufschlag und generell ein wenig mehr Power als die Standardlängen. Die Umstellung von einem Standard auf einen langen Schläger erfolgt normalerweise ohne Probleme. Oftmals sind die langen Schläger ein wenig leichter, um weiterhin manövrierfähig zu bleiben.
Besaitungsbild:
Das Besaitungsbild beeinflusst die Racket Performance generell enorm. Beim Besaitungsbild spricht man zum einen vom offenen und vom geschlossenen Bild.
Ein offenes Saitenbild wird sich im Moment des Schlages mehr verformen als ein geschlossenes, hier spricht man auch vom Trampolin-Effekt. Die gleiche Saite fühlt sich bei gleicher Härte auf einem offenen Besaitungsbild nicht so fest an wie auf einem geschlossenen, bedingt durch die unterschiedliche Flächenhärte. Spieler die vor allem Spin suchen, werden von einem offeneren Saitenbild profitieren, da der Ball sich besser in die Saiten einbetten kann. Leider wird gleichzeitig die Haltbarkeit eingebüßt. Bei offenen Saitenbildern ist die Bewegungsfreiheit der Saiten größer, was die Abnutzung verstärkt und somit schneller zum reißen der Saite führt.
Ein geschlossenes Saitenbild wird sich hingegen beim Treffen des Balls nicht so sehr verformen, der Trampolin-Effekt ist also geringer. Die Spineigenschaften sind ebenfalls eingeschränkter, dafür ist die Haltbarkeit der Saiten auf dem Schläger größer, was viele hart schlagende Spieler anspricht.